Der Kürbis hat wieder Saison, jetzt wird er aufgetischt und das nicht nur zu Dekorationszwecken. Denn seine wertvollen Inhaltsstoffe werden immer mehr geschätzt und munden ganz köstlich in Form von abwechslungsreichen Kürbiskreationen.
Der Kürbis ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde, das belegen bereits prähistorische Funde. Urspünglich in Amerika beheimatet kam er durch die spanischen Eroberer nach Europa. Hier fristet er lange Zeit als Tierfutter und "Arme-Leute-Essen" sein Dasein. Doch in den letzten Jahren erfährt dieses wertvolle Naturprodukt eine regelrechte Rennaissance in unseren Küchen. Der Aufstieg des Gemüses spiegelt sich in der Angebotsvielfalt auf Märkten, Supermärkten und den Speisekarten vom einfach Wirtshaus bis zur Spitzengastronomie wider. In vielen Gemeinden im Weinviertel werden Kürbisfeste mit ausgefallenen Spezialitäten, Kürbisschnitzen und der Prämierung von Schwergewichten veranstaltet.
Kürbisvariationen
Botanisch gesehen bilden die Kürbisse nämlich die schwersten Beerenfrüchte, die es in der Pflanzenwelt zu finden gibt. Die größten Exemplare wogen beim Kürbisweltrekord um die 600 Kilogramm! In unserer Gegend werden vor allem drei von insgesamt 20 Arten genutzt, die man anhand ihres Fruchstielansatzes gut unterscheiden kann.
Den gewöhnlichen Kürbis (curcurbita pepo) erkennt man an seinem harten, kantigen, sternförmigen und deutlich von der Frucht abgegrenzten Stiel. Dazu zählen die Sommer- und Gartenkürbisse, die während des Sommers im unreifen, zarten Zustand geerntet und rasch verwertet werden. Die bekanntesten Vertreter dieser Kürbisgruppe sind die Zucchini. Aber auch die wenig verbreiteten ufoförmigen Patissonkürbisse, die tennisballgroßen Rondini oder die originellen Spaghettikürbisse zählen zu dieser Art. Nicht zu vergessen die klassischen Schnitzkürbisse zu Halloween.
Der Riesenkürbis (curcurbita maxima) mit rundem, korkigen Stiel, der fließend in die Frucht übergeht, hat charakteristische behaarte Blätter und eine oft sehr harte Fruchtschale. Er wird auch Winterkürbis genannt, da er mehrere Monate lagerfähig ist. Sein Fruchtfleisch ist von oranger Farbe und von sehr gutem Geschmack. Zu nennen sind hier Zentnerkürbisse, Türkenturban, Olivenkürbis und die beliebten Hokkaidokürbisse.
Die intensiv gelben Muskatkürbisse (curcurbita moschata) mit ihrem feinnussigen Geschmack sind eine besondere Gaumenfreude. Feinschmecker haben sie erst in den letzten Jahren entdeckt. Auch auf Grund ihrer dünnen Schale und er hohen Fruchtausbeute sind sie gut in der Küche zu handhaben. Bekannte Vertreter sind die "Butternuss" und der "Lange von Neapel". Die Kalebassen sind eine eigene Kürbisart. Sie haben zwar inder Küche keinerlei Bedeutung, sind aber höchst dekorativ. Namhafte Vertreter sind hier "Giant Bottle", "Amphora" und "Herkuleskeule".
Gemüse light
Große Wirkung zeigen Kürbisse in der gesundheitsbewussten Küche. Denn sie sind quasi natürliche "Light-Produkte" mit cirka 20 Kalorien pro 100 g Fruchtfleisch. Ihr Hauptbestandteil ist Wasser, sie enthalten aber auch etwas Eiweiß und Kohlenhydrate, viele Basen bildende Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen und die Vitamine A, B1, B2 und . Kürbisse sind reich an so genannten sekundären Pflanzenstoffen und Phytosterinen (pflanzlichen Hormonen), die gesundheitsfördende Wirkung haben.
Schlanktipp: 500g Kürbisfleisch mit Gewürzen kochen, jedoch nicht salzen und über den Tag verteilt essen - das entschlackt und bremst sogar den Appetit. Aufgrund seiner stark entwässernden Wirkung eignet sich der Kürbis ideal für einen Entschlackungstag oder eine Kur. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin kocht man gerne mit Kürbis und nützt seine positiven Eigenschaften.
Neben seinen gesunden Eigenschaften bietet der Kürbis auch eine abwechslungsreiche Vielfalt im herbstlichen Speiseplan. Man kann ihn braten, backen, verschiedene Sorten sogar roh verzehren. Er schmeckt pikant wie süß gewürzt, ist als Fülle für Ravioli und Strudel zu verwenden und gut zu Suppen und Pürees zu verkochen. Kulinarische Highlights sind die Chutneys, Relishes, Marmeladen und Kompotte aus Kürbis - der Küchenphantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt.
Text: Elfriede Pachner
www.elfriede-pachner.at
Foto: Moonrun, Fotolia.com
aus der Wein4tlerin 01/08


















